Was stellst du dir vor, wenn du das Wort „Hypnose" hörst? Vermutlich denkst du an einen Therapeuten mit Pendel, an tiefe Trance und an einen Zustand, in dem du die Kontrolle abgibst. Vielleicht hast du Bilder aus Filmen im Kopf, in denen Menschen willenlos Anweisungen befolgen. Diese Vorstellung ist weit verbreitet – und hat mit dem, was in der hypnosystemischen Therapie geschieht, fast nichts zu tun.
Was Hypnosystemische Therapie von klassischer Hypnose unterscheidet
In der klassischen Hypnose versetzt der Therapeut den Klienten in einen passiven Trancezustand und gibt ihm Suggestionen – Botschaften, die das Unbewusste annehmen und umsetzen soll. Der Klient ist dabei eher Empfänger als aktiver Gestalter. Das kann in bestimmten Situationen hilfreich sein, entspricht aber nicht dem Ansatz, den Dr. Gunther Schmidt entwickelt hat.
Die hypnosystemische Therapie verbindet Elemente der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson mit systemischen Therapieansätzen. Der entscheidende Unterschied: Du als Klient bist kein passiver Empfänger von Suggestionen, sondern ein aktiver Gestalter deines Erlebens. Es geht nicht darum, dass jemand anderes dich „unter Hypnose setzt". Es geht darum, dass du lernst, deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken – und damit Zugang zu Zuständen und Fähigkeiten bekommst, die dir im Alltag oft nicht zur Verfügung stehen.
Statt Fremdsteuerung geht es um Kompetenzentwicklung. Statt eines tiefen Trancezustands geht es um die Erkenntnis, dass wir ohnehin ständig in Trancezuständen leben – und dass wir lernen können, diese bewusster zu gestalten.
Selbst Phänomene, die bisher Leid erzeugt haben, können wir verstehbar, nutzbar und transformierbar machen – denn die dahinter liegenden Kompetenzen können zu einem würdigeren und kraftvolleren Selbsterleben anregen. Dr. Gunther Schmidt
Wie wir uns jeden Tag selbst hypnotisieren
Gunther Schmidts vielleicht wichtigste Erkenntnis lautet: Wir hypnotisieren uns den ganzen Tag selbst. Nicht mit einem Pendel und nicht bewusst – sondern durch die Art, wie wir unsere Aufmerksamkeit lenken. Jede Fokussierung der Aufmerksamkeit aktiviert bestimmte innere Netzwerke aus Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Und genau das ist im Kern nichts anderes als ein Tranceprozess.
Denk an einen Menschen, der unter Ängsten leidet. Sein Bewusstsein ist unwillkürlich darauf fokussiert, in jeder Situation das zu finden, was gefährlich sein könnte. Er stellt sich lebhaft vor, was alles schiefgehen kann. Sein Körper reagiert auf diese inneren Bilder mit Anspannung, Herzrasen, flachem Atem – als wäre die vorgestellte Gefahr real. Das ist kein bewusster Prozess. Es ist eine unwillkürliche Trance, die er sich selbst erzeugt, ohne es zu merken.
Oder denk an jemanden in einer depressiven Phase. Die Aufmerksamkeit wird wie von einem Magneten auf alles gezogen, was das negative Selbstbild bestätigt: jeder Misserfolg, jede Ablehnung, jede Situation, in der man sich ungenügend gefühlt hat. Die Momente, in denen es gut lief, werden ausgeblendet – nicht absichtlich, sondern weil die „Problemtrance" die Wahrnehmung filtert.
Gunther Schmidt nennt diese Zustände „Problemtrancen". Und der Begriff ist bewusst gewählt: Diese Zustände funktionieren nach denselben Prinzipien wie eine hypnotische Trance. Es gibt eine intensive Fokussierung, eine veränderte Wahrnehmung, körperliche Reaktionen auf innere Vorstellungen und eine eingeschränkte Flexibilität im Denken und Handeln.
Das Potenzial: Vom ungewollten Muster zur bewussten Veränderung
Hier liegt der therapeutisch entscheidende Punkt – und die eigentlich gute Nachricht: Wenn du die Fähigkeit hast, dich unwillkürlich in einen Zustand der Angst, der Erschöpfung oder der Hoffnungslosigkeit zu versetzen, dann beweist das, dass du über eine enorme Fähigkeit zur Selbstbeeinflussung verfügst. Der Mechanismus, der das Leiden erzeugt, ist derselbe Mechanismus, der Veränderung ermöglicht.
In der hypnosystemischen Therapie lernst du, diese unwillkürlichen Tranceprozesse zu erkennen. Du entwickelst die Fähigkeit, deine Aufmerksamkeit bewusst umzulenken – weg von den Mustern, die dein Leiden aufrechterhalten, hin zu inneren Zuständen, in denen du dich kompetent, ruhig und handlungsfähig erlebst.
Das ist kein „positives Denken". Es geht nicht darum, sich etwas einzureden oder Probleme schönzufärben. Es geht um eine konkrete, erlernbare Kompetenz: die Fähigkeit, den eigenen Aufmerksamkeitsfokus zu steuern und damit das eigene Erleben aktiv zu gestalten. Durch gezielte Imaginationsübungen, Körperwahrnehmung und das bewusste Pendeln zwischen belastenden und förderlichen Zuständen entsteht eine neue Flexibilität – und damit echte Wahlfreiheit.
Gunther Schmidt spricht dabei von „Lösungstrancen": Zustände, in denen der Zugang zu den eigenen Ressourcen, Stärken und Kompetenzen wieder möglich wird. Die Therapie hilft dir, diese Zustände nicht dem Zufall zu überlassen, sondern sie gezielt herzustellen – zunächst in der therapeutischen Sitzung und zunehmend auch im Alltag.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie ich mit dem hypnosystemischen Ansatz arbeite, schau gerne auf Mein Ansatz. Und wenn du herausfinden möchtest, ob das für dich passen könnte, lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Erstgespräch ein.